• Mi. Aug 4th, 2021

Dax mit moderaten Verlusten

Dax-Werte werden im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse angezeigt. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Arne Dedert/dpa/Archivbild)

Enttäuschende Konjunktur- und Stimmungsdaten aus Deutschland sowie die instabile Lage am Ölmarkt haben den Dax am Dienstag nur moderat belastet.

Der deutsche Leitindex sank bis zum Nachmittag um 0,22 Prozent auf 15.627,72 Punkte und hielt sich damit weiterhin auf dem hohen Niveau der vergangenen Wochen. Bis zu seinem Mitte Juni erreichten Rekordhoch fehlen weniger als 200 Punkte.

Der MDax legte zuletzt um 0,40 Prozent auf 34.671,66 Zähler zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,15 Prozent auf 4081,43 Punkte.

Die Auftragseingänge in der deutschen Industrie sanken im Mai im Vergleich zum April, während eigentlich ein weiterer Zuwachs erwartet worden war. Vor allem die schwache Auslandsnachfrage außerhalb der Eurozone belastete. Zudem fiel im laufenden Monat Juli das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW im Vergleich zum Vormonat deutlich, während Analysten nur mit einem leichten Rückgang gerechnet hatten.

Unter den Einzelwerten stand unter anderem der Labordienstleister und Pharmazulieferer Sartorius nach guten Geschäften in den ersten sechs Monaten im Fokus. Er wurde zuversichtlicher für das Gesamtjahr und stellte zum wiederholten Male eine höhere Umsatzsteigerung als bisher in Aussicht. Und auch der bereinigte operative Gewinn soll noch etwas höher ausfallen. Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten gut an: Die Sartorius-Aktie legte als einer der Favoriten im MDax um 3,1 Prozent zu.

Dagegen sackten die Anteilsscheine der Shop Apotheke als Schlusslicht im Index der mittelgroßen Werte um knapp 14 Prozent ab. Laut dem Medikamenten-Versandhändler sorgen aktuell ein «angespannter Arbeitsmarkt» und der Umzug an den neuen Standort in Sevenum für eine vorübergehend reduzierte Logistikkapazität. Das Wachstum habe sich daher im zweiten Quartal temporär verlangsamt, hieß es. Die Jahresziele bestätigte das Management zwar, bezeichnete sie nun aber als herausfordernd.

Im Nebenwerte-Index SDax waren nach einem starken Auftragseingang die Papiere des österreichischen IT-Dienstleisters S&T Favorit mit plus 3,2 Prozent. Eine positive Analystenstudie verhalf im Dax außerdem den Anteilen von Heidelbergcement zu Gewinnen von 1,6 Prozent.

Daimler reagierten indes nicht auf Absatzzahlen des Autokonzerns zum zweiten Quartal, sondern zeigten sich im Gleichklang mit BMW, VW und Continental schwach.

Auf der Handelsplattform Tradegate, wo die Biontech-Aktie in Deutschland am meisten gehandelt wird, büßte dieses Papier 4,4 Prozent ein. Aussagen des israelischen Gesundheitsministeriums belasteten, wonach die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von Biontech in den vergangenen Wochen deutlich nachgelassen hat. Parallel habe sich die aggressivere Delta-Variante im Land ausgebreitet, hieß es.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite auf minus 0,31 Prozent. Der Rentenindex Rex stagnierte bei 144,94 Punkten. Der Bund-Future legte am frühen Nachmittag um 0,10 Prozent auf 172,89 Punkte zu.

Der Euro geriet nach anfänglichen Kursgewinnen unter Druck und kostete zuletzt 1,1839 US-Dollar. Auslöser waren die schwächer als erwarteten Konjunkturdaten aus Deutschland und die insgesamt leicht trübe Stimmung an den Finanzmärkten. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1866 Dollar festgesetzt.