Der Boom der Allradautos in Deutschland lässt nach. Nachdem sich ihr Anteil an den Neuzulassungen im vergangenen Jahrzehnt verdoppelt hatte, ist er nun das dritte Jahr in Folge leicht gesunken. Das geht aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes hervor, die die dpa ausgewertet hat. 2025 machten die Allrader 24,1 Prozent der Neuzulassungen aus. Das waren 0,5 Prozentpunkte weniger als 2024. Im Vergleich zum Höhepunkt 2022 sind es sogar 1,8 Prozentpunkte Unterschied. 

Der Rückgang überrascht, sind doch mehrere Faktoren, die zum Boom der Allradfahrzeuge beigetragen hatten, nach wie vor gültig. SUVs, bei denen der Antrieb beliebt ist, steigern ihren Marktanteil immer weiter, das gilt auch für Elektroautos, bei denen ebenfalls gerne zum Allradantrieb gegriffen wird. 

Ein Grund für den leicht sinkenden Anteil könnten die relativ hohen Spritpreise der letzten Jahre sein. Denn zumindest bei Verbrennern verbrauchen auch moderne Allradantriebe etwas mehr Treibstoff – schlicht, weil es mehr bewegte Teile und zusätzliches Gewicht gibt. 

Anteil am Fahrzeugbestand steigt weiter 

Im Fahrzeugbestand steigt der Anteil der Allrader aber nach wie vor. Am 1. Januar 2025 – neuere Daten liegen noch nicht vor – waren es insgesamt gut 7 Millionen beziehungsweise 14,3 Prozent. Anfang 2024 waren es 6,8 Millionen (13,8 Prozent) – Anfang 2020 nur 5,6 Millionen beziehungsweise 11,7 Prozent. 

Dabei sind die Allrader alles andere als gleichmäßig über Deutschland verteilt. Vielmehr gibt es ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: In Bayern machen sie 17,7 Prozent des Fahrzeugbestands aus, in Baden-Württemberg 16 Prozent. In Thüringen sind es 15,4 Prozent und in Hessen 15,1. In Bremen sind es dagegen nur 11,7 Prozent, in Sachsen-Anhalt 11,8 und in Schleswig-Holstein 12,1 Prozent. 

Blickt man auf einzelne Zulassungsbezirke, sind die Unterschiede noch drastischer: Die höchsten Anteile liegen sämtlich in Bayern. Ganz vorne Freyung-Grafenau mit 29,8 Prozent, vor Miesbach mit 29,6 Prozent und Regen mit 29,2 Prozent. Die niedrigsten gibt es im Norden: Emden mit 8,8 Prozent, Wilhelmshaven mit 9,2 und Herne mit 9,4 Prozent.