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Dax beendet starkes erstes Halbjahr etwas schwächer

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Jun 30, 2021 , ,
Der Schriftzug «DAX» im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Boris Roessler/dpa)

Am Ende einer erfolgreichen ersten Jahreshälfte hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch Federn gelassen. Der Dax verlor 1,02 Prozent auf 15.531,04 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte sank um 0,72 Prozent auf 34.049,86 Punkte.

Händler nannten als Gründe für die Verluste das eher dünne Handelsvolumen. Zudem rückten die Sorgen vor der weiteren Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus in den Vordergrund, während Inflationssorgen derzeit nur noch eine geringe Rolle spielten.

Für den Monat Juni ergibt sich für den Dax ein Plus von 0,7 Prozent. Im nun beendeten zweiten Quartal verbuchte der Leitindex einen Zuwachs von 3,5 Prozent. Erst recht sehen lassen kann sich die Bilanz für die ersten sechs Monate 2021 mit einem Gewinn von 13,2 Prozent.

Aktien aus der Automobilbranche landeten am Mittwoch auf den Verkaufslisten der Anleger. Der europäische Autosektor sank als Schlusslicht der Stoxx-600-Sektorübersicht um 1,9 Prozent. Er hat sich in diesem Jahr bislang sehr gut entwickelt und zudem wesentlich besser als der Dax. Jüngst tendierten die Investoren aber immer häufiger zu Gewinnmitnahmen.

Continental waren mit minus 2,9 Prozent weit hinten im Dax. Volkswagen verloren nach einer US-Gerichtsentscheidung zum Diesel-Skandal 2,3 Prozent. Das Oberste Gericht von Ohio entschied, dass der Bundesstaat Sanktionen wegen systematischer Abgasmanipulation gegen den Autobauer verfolgen kann, die über die bereits auf US-Bundesebene vereinbarten Strafen hinausgehen. Den Wolfsburgern könnten erneut milliardenschwere Bußgelder drohen.

Ein Bericht eines Branchenmagazins über die schleppende Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland setzte die Aktien der Shop Apotheke erneut unter Druck. Unter den größten Verlierern im MDax büßten die Papiere des Online-Versenders von Medikamenten rund viereinhalb Prozent ein.

Im Nebenwerteindex SDax trieb ein Auftrag der Bundeswehr den Kurs des Rüstungsunternehmens Hensoldt um fast vier Prozent hoch. Es geht um Zulieferungen für das Projekt Pegasus zur signalerfassenden Aufklärung aus der Luft. Eine Kaufempfehlung der Baader Bank half den Aktien von Fielmann um gut dreieinhalb Prozent nach oben.

Der EuroStoxx verlor 1,05 Prozent auf 4064,30 Punkte. Ähnlich schwach zeigten sich in Paris der Cac 40 und in London der FTSE 100. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial rückte zum europäischen Börsenschluss um 0,4 Prozent vor.

Der Euro geriet deutlich unter Druck. Nach Börsenschluss wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,1850 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1884 (Dienstag: 1,1888) Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,8415 (0,8412) Euro gekostet.

Die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen lag stabil bei minus 0,28 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 144,74 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,29 Prozent auf 172,62 Punkte.